Der Sommer wird wild! – Rezepte und Sammeltipps für den Kochabend am 15. Juli 2020

Am 15. Juli 2020 von 18 bis 20 Uhr kochen wir, Birgit, Christine und Caroline vom Naturerlebniszentrum Burg Schwaneck (NEZ), per Zoom online Videochat wieder mich Euch. Unser erster gemeinsamer Kochabend zum Thema „Wildkräuter im Frühling“ war ein großer Erfolg, und natürlich hoffen wir, dass auch Du diesmal (wieder) von Zuhause aus dabei bist!

Der Sommer wird bunt! Die Sonne scheint, die Natur ist voll erwacht – Zeit zum Entspannen, Genießen und Draußen sein. Die Beeren sind reif und hängen üppig an den Sträuchern. Was gibt es da schöneres, als durch die Landschaft zu streifen, in der Sonne zu liegen und direkt von der Hand in den Mund zu genießen?

200706_Internationale-KlimakücheGemeinsam mit euch wollen wir aus der Fülle der Natur schöpfen und die frischen Wildkräuter und Blüten, sowie die bunte Beerenpracht des Sommers verkosten und zu einem wunderbaren, kreativen Abendessen verarbeiten. Vielfarbige essbare Wiesenblüten wie roter und weißer Klee, zarte Gänseblümchen und lila Salbei, grüne Wildkräuter wie Sauerampfer und Minze und rote Beeren aus Wald und Feld sind die heimischen Zutaten für unsere Sommerküche. Sie treffen auf Quinoa aus Südamerika und verbinden sich zu einer leckeren bayrisch- südamerikanischen veganen Bowl, sowie einem spritzig-frischen Beerensorbet oder Aperitif.

Wie immer achten wir bei der Auswahl der Zutaten darauf, dass sie regional, saisonal und biologisch erzeugt sind oder aus dem eigenen Garten bzw. unserer wilden Natur (selbst gesammelt) stammen. Auch Wildkräuter und Blüten dürfen natürlich nicht fehlen.

Diesmal bereiten wir mit Euch zu:

  • eine sommerlich frische, vielseitige und vegane Bowl mit lauwarmem Quinoa, Sauerampfer, Minze und roten Beeren aus dem Garten (Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Kirschen…)
  • ein köstliches Erdbeer-, Himbeer- oder Fruchtsorbet mit Zitrone und Felsenbirnen
  • alternativ Beeren-Smoothie als Nachspeise oder Aperitif

Sammeltipps:

Essbare Wildkräuter lassen sich meist schon im Garten oder in nahegelegenen Parkanlagen finden. Beim nächsten Ausflug ins Grüne einfach Jutebeutel oder Papiertüten schnappen, Messer oder Schere und ein Bestimmungsbüchlein einpacken und Ausschau nach den gewünschten Pflanzen halten. Dabei nur die Pflanzen mitnehmen, die Du sicher bestimmen kannst – am besten der Reihe nach die Merkmale Wuchs, Stängel, Blätter und Blüte durchgehen und auch daran riechen und die Pflanzen anfassen. Für alle Kräuter, die zum direkten Verzehr gedacht sind, gilt: Möglichst junge, zarte Blätter und Stängel ernten, denn die schmecken am besten. Übrigens: Die Sammlerehre besagt, dass Du an einer Stelle niemals alle Pflanzen erntest, damit sich die Wildkräuter dort weiter vermehren können. Bei der Auswahl der Sammelplätze solltest Du stark befahrene Straßen, möglicherweise mit Pflanzenschutzmitteln behandelte Flächen wie Feldränder oder Bahntrassen sowie gängige Hundespazierwege meiden. Die Wildkräuter bis zum Kochen in einer feuchten Plastiktüte oder im Gemüsefach aufbewahren und vor der Weiterverarbeitung gründlich waschen.

Blog2Diese Wildkräuter werden wir für die bunte Sommer-Bowl verwenden:

Löwenzahn: Findest Du in Gärten, am Wegrand und auf sonnigen Wiesen. Pflücke junge, zarte Blätter!

Sauerampfer: Zwischen Mai und August blüht der Große Sauerampfer intensiv rot und bis zu einem Meter hoch auf vielen Wiesen und in Gärten. Er hat längliche Blätter mit Mittelteilung und schmeckt frisch und – säuerlich, wie der Name schon sagt. Viele haben den etwas kleineren Blutampfer im Gemüsebeet: Er hat rotgeäderte Blätter und schmeckt etwas milder als der wilde Verwandte. Pflücke nur die ganz grünen Blätter des Großen Sauerampfers (ohne rote Spitze), aber probiere sie vorher: Im Lauf des Sommers werden sie zunehmend bitter oder einfach zu sauer für den Verzehr. Sauerampfer enthält sehr viel Vitamin C, sollte aber wegen der ebenfalls enthaltenen Oxalsäure nur in kleinen Mengen gegessen werden. Du kannst ihn auch im Bioladen kaufen.

Minze: Minze zählt zu den beliebtesten Heilkräutern und wirkt bei Kopfschmerzen, Übelkeit und Verspannungen. Ebenso vielfältig wie ihre 20-30 bekannten Arten ist auch ihr sehr charakteristischer, frischer Duft und Geschmack. Zu finden ist sie an feuchten, meist sonnigeren Standorten wie an Flussufern oder Seen aber auch in unseren Gärten oder auf Wiesen. Du erkennst sie an ihrem krautigen Wuchs, teils kriechend in Ausläufern, sowie an den spitz zulaufenden ovalen Blättern mit gezähntem Rand. Sie sind gegenständig (wie ein auseinander gezogener Quirl) am Stängel angeordnet und duften charakteristisch nach Minze, wenn du sie leicht zwischen deinen Fingern zerreibst. Alle Minzarten sind ungiftig.

Dost (Wilder Majoran, Oregano): Dost findest Du an sonnigen Plätzen auf mageren Wiesen und Böschungen sowie in Steingärten. Er wächst buschig. Seine ovalen Blätter sind leicht behaart und etwa vier cm lang. Zerreibst Du ein Blatt zwischen den Fingern, erkennst Du den typischen Oregano-Duft. Vielleicht blüht er im Juli auch schon, dann rosa und in sogenannten Scheinähren.

Hinweis:

Bitte informiere Dich selbst ausführlich auf Wildkräuterwanderungen oder mithilfe eines Bestimmungsbuches. Gerne kannst Du uns auch vorab Fotos der Sammelplätze oder Pflanzen an b.meyer@kjr-ml.de schicken. Direkt vor der Kochsession von 17.00 bis 17.45 Uhr bieten wir als Unterstützung an, per Videochat Deine Pflanzen in einer Wildkräutersprechstunde genauer unter die Lupe zu nehmen.

Nachfolgend findet Ihr die Rezepte inklusive der Zutatenliste für den Einkauf!

Bunte Sommerbowl mit Quinoa, Minze und roten Beeren
Erdbeer-Sorbet mit Zitrone und Holunderblüten

Du möchtest bei unserem kostenlosen Kochevent via Zoom mit dabei sein oder einfach mal kurz rein schauen? Dann melde Dich gerne bis einschließlich 14. Juli 2020 bei Birgit Meyer vom NEZ an: b.meyer@kjr-ml.de

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